Gott im Flow erleben – Exerzitien im Alltag

Gott im Flow erleben – Exerzitien im Alltag

Das Wort „Exerzitien“ geht zurück auf das lateinische „exercitium“, zu Deutsch: Übung. Übung macht die Meisterin, macht den Meister. Das gilt etwa für Sportlerinnen und Sportler ebenso wie für Musikerinnen und Musiker, für Kinder wie für Erwachsene.

Exerzitien im Alltag – das bedeutet zu rund neunzig Prozent: Üben, am besten täglich. Üben allein, denn das kann einem keine und keiner abnehmen. Üben mit sich selbst – und mit Gott. Treffen mit Gleichgesinnten, mit anderen Übenden einmal pro Woche, sind von Vorteil, machen aber nur den kleineren Teil der Exerzitien aus.

Das trifft sich gut in Corona-Zeiten. Daher müssen Exerzitien im Alltag 2021 keineswegs ausfallen. Man kann sie zum einen solo angehen. Zum anderen sind Treffen mithilfe von Telefon- und Videokonferenzen durchaus möglich, aber auch in Präsenzform, etwa bei coronagerechtem Verhalten in einer Kirche.

Kolleginnen und Kollegen aus Münster, ein ökumenisches Team, haben ein Kartenset erstellt mit dem Titel „Ich bin da“ , das zu kontemplativen Exerzitien [1] im Alltag einlädt und Schritt für Schritt durch vier Wochen führt. Eine gute „Bedienungsanleitung“ liegt der Publikation bei. Sie erhalten das Kartenset hier.

Es kommt noch besser: Sie können sich die Texte der einzelnen Anleitungskarten anhören. Die entsprechenden Audio-Dateien laden ein zum Runterladen und Mitmachen: Den Gong der Klangschale hören, sich auf die Worte einlassen, zur Ruhe, zu sich selbst und zu Gott finden.

Wer ein, zwei oder mehr Menschen zum analogen oder digitalen Austausch um sich versammelt, findet auch ausgefeilte Hinweise für die Gruppenleitung vor.

Wenn Sie täglich per E-Mail einen Impuls erhalten, wenn Sie eine Video-Austauschgruppe oder geistliche Einzelbegleitung suchen jenseits des Erzbistums Hamburg, dann nutzen Sie das Angebot der Alltagsexerzitien online, das vom Bistum Münster organisiert wird.


[1] „Kontemplation“ ist ein altes Wort für neudeutsch „im flow sein“. Die Autorinnen und Autoren aus Münster schreiben dazu: „Den Begriff ,kontemplativ’ gebraucht man heute noch, wenn man einen bestimmten Zugang zum Glauben beschreibt. In ihm nähert man sich Gott nicht durch Nachdenken und die Auseinandersetzung mit Texten an, sondern durch folgende Haltung oder Ausrichtung: im Hier und Jetzt sein, sich wahrnehmen, wie man im Augenblick da ist, sich annehmen, so wie man ist, und auf Bewertungen verzichten. Man muss nichts leisten und nichts herstellen, sondern kann einfach geschehen lassen, sein lassen und anschauen, was sich zeigt.“